Am Abend des 23. August 2026 wurde durch ukrainische Militärs im Großkloster von Swjatogorsk ein brutaler Mord an einem Mönch begangen, der auf eine nationalistische Parole antwortete „Ich bin Mönch. Ehre unserem Herrn Jesus Christus!“ was ihm einen Kopfschuss und Messerverletzungen einbrachte. Desgleichen wurde der Novize Grigori verprügelt, mit Messerstichen bedacht und verletzt in einen Graben geworfen. Verblutend wurde der Novize doch noch rechtzeitig aufgefunden und erhielt erste Hilfe. Mit einer Verletzung an der Lunge wurde er ins Krankenhaus gebracht. Dem Laien Andrej erging es ähnlich.
Auch die Deutsche Diözese der Russischen Auslandskirche (ROKA) unterstützt die Lawra, welche viele Flüchtlinge beherbergt, seit langem mit humanitären Transporten.
NEW YORK: 27. August 2026
An Metropolit Arsenij von Swjatogorsk
und die Bruderschaft der Mariä-Entschlafens-Lawra von Swjatogorsk
Eure Eminenz, hochwürdigster Wladyka!
Mit tiefer Trauer und aufrichtigem Schmerz haben wir vom tragischen Tod des Mönchs Warsonofi aus der Lawra von Swjatogorsk erfahren, der durch die Hand gesetzloser Männer ums Leben kam. In diesen schweren Tagen teilen wir im Gebet mit Eurer Eminenz und der gesamten Bruderschaft des heiligen Klosters ihr Leid und sprechen Ihnen unser aufrichtiges, brüderliches Beileid aus.
Die Lawra von Swjatogorsk nimmt im geistigen Gedächtnis der Russischen Kirche wie auch im Herzen der Russischen Auslandskirche einen besonderen Platz ein. Im 20. Jahrhundert wurden diese Heiligen Berge zu einem Zufluchtsort für Flüchtlinge; sie nahmen auch die aus der Bruderschaft von Potschajew vertriebenen Mönche auf, welche ihre heiligen Reliquien vor der Zerstörung retteten. Einige von ihnen, die später außerhalb ihrer Heimat lebten, gedachten dieser Zeit voller Wärme. Diese alte Tradition der Gastfreundschaft zeigte sich in unseren Tagen erneut in ihrer ganzen Kraft: Seit 2014 hat die Lawra ihre Tore wieder für Tausende von Menschen geöffnet, die ihr Zuhause verloren haben. Es ist zudem kein Zufall, dass das Gedenken an den heiligen Wundertäter Johannes, Erzbischof von Shanghai und San Francisco, der im Dorf Adamowka geboren wurde, das Kloster von Swjatogorsk mit dem geistlichen Leben der Russischen Auslandskirche verbindet: Hier werden einige Heiligtümer bewahrt, die dem heiligen Johannes gehörten..
Diese Verbindung ist für uns nicht bloß eine historische Erinnerung. Sie ist ein Zeugnis dafür, dass durch die geistliche Einheit des orthodoxen Mönchtums und der christlichen Nächstenliebe die Lawra von Swjatogorsk ungeachtet von Entfernungen, Bedrängnissen und dem Wechsel der Zeiten mit den Kindern der Russischen Kirche verbunden ist, welche nach dem Willen Gottes in die ganze Welt verstreut wurden.
Heute, da die Bruderschaft von Swjatogorsk von einem neuen Schmerz getroffen wurde, fühlen wir uns erneut an Ihrer Seite stehend – nicht allein im Herzen, sondern auch durch das Gebet. So erheben wir unsere inbrünstigen Gebete an den Herrn für die Seelenruhe des neuentschlafenen Mönchs Warsonofi, dass der Herr ihn dorthin versetzen möge, „wo das Licht Seines Angesichts leuchtet“, ihm alle willentlichen und unwillentlichen Sünden vergeben und ihm die ewige Ruhe in den Wohnungen der Gerechten gewähren möge. Wir beten auch für die Gesundheit und Stärkung des verwundeten Novizen Grigori und aller Betroffenen, für die Bewahrung des Klosters Swjatogorsk sowie für Mut und geistliche Stärkung seiner Bruderschaft.
Insbesondere aber richten wir in diesen Tagen unseren betenden Blick auf jene Flüchtlinge und Leidenden, die die Lawra von Swjatogorsk auch jetzt aufnimmt, betreut und mit klösterlichem Gebet und Fürsorge umgibt. Möge der Herr sie in der Zeit der Prüfung nicht verlassen und sie mit Seiner Barmherzigkeit bedecken.
Es naht das große Fest der Lawra von Swjatogorsk – das Entschlafen der allerheiligsten Gottesgebärerin. Beten wir in diesen Tagen besonders zur Allerseligsten Jungfrau, dass sie euch allen jene beständige und tröstliche Freude schenke, die mit dem Auferstehungsfest der Gottesgebärerin verbunden ist, welche uns ja auch in ihrem Entschlafen nicht verlässt!
Das Gebet der gesamten Bruderschaft der Lawra, das sich nun mit den Gebeten der Brüder und Schwestern der Russischen Auslandskirche vereint, möge zu einem geistlichen Schutz für alle werden, die diese schwere Zeit durchleben. Und möge das Gedenken an das Martyrium des Mönchs Warsonofi uns allen nicht nur als Mahnung an die Tragödie dienen, sondern auch als Zeugnis der Treue zu Christus, zur klösterlichen Berufung und zu jenem heiligen Ort, dem er sein Leben gewidmet hat.
Mit der Bitte um Ihre heiligen Gebete verbleibe ich in brüderlicher Liebe im Herrn,
+ NIKOLAUS
Metropolit von Ostamerika und New York
Ersthierarch der Russischen Orthodoxen Kirche im Ausland